4.3 Offene Kastenwagen (Fahrgestell mit Fahrerhaus/Doka)

Bei Radstandsänderungen und Überhangverlängerungen muß der Werkstoff des Verlängerungsstücks in Güte und Abmessung dem Fahrgestellrahmen (St 12.03) entsprechen. Durch Veränderungen darf Funktion und Freigang von Aggregaten und Bedienungseinrichtungen sowie die Festigkeit tragender Teile nicht beeinträchtigt werden.

Ausschnitte in der Fahrerhausrückwand mit einem umlaufenden Rahmen versehen. Die verbleibenden Streben und Holme durch Knotenbleche verstärken und mit dem eingesetzten Rahmen verschweißen.

Der Abstand zwischen Fahrerhaus und Aufbau muß mindestens 50 mm betragen.

Rahmenänderungen

  • Die zulässigen Achslasten dürfen nicht überschritten und die Mindest-Vorderachslast darf nicht unterschritten werden.
  • Unterfahrschutz analog zum Serienfahrzeug befestigen.
  • Hilfsrahmen bis zum Rahmenende verlängern.
  • Die Funktion der Anhängevorrichtung prüfen.
  • Für gewünschte Anhängevorrichtung müssen Verstärkungen vorhanden sein.

4.3.1. Bohren am Rahmen

Bei den Längsträgern handelt es sich um Hohlprofile (Hutprofile). Muß dort gebohrt werden, so darf es nur in den angegebenen Bereichen geschehen.

Nicht gebohrt werden darf:

  • Am Ober- und Untergurt des Fahrgestellrahmens. Ausnahmen sind Bohrungen am hinteren Rahmenende. Sie dürfen jedoch nicht im Bereich tragender Funktionen der Hinterachse und am Rahmen befestigter Teile liegen.
  • Im Bereich von Profiländerungen der Rahmenlängsträger (Rahmenkröpfung und Rahmeneinzug).
  • An Lasteinleitungspunkten (z.B. unmittelbar an den Federböcken).

In Ausnahmefällen können Bohrungen im Steg der Rahmen-Längsträger vorgenommen werden.

  • Abstand a: mindestens 20% der Rahmenhöhe
  • Bohrungsabstand b: mindestens 50 mm
  • max. Bohrungsdurchmesser: 15 mm

Nach dem Bohren entgraten und aufreiben. Vor der Verwendung müssen Distanzbuchsen eingeschweißt werden.



4.3.2 Überhangverlängerung

Die max. zul. hinteren Überhänge (in Abhängigkeit von Radstand und zul. Gesamtgewicht) lt. Pkt. 2.3 sind einzuhalten.

Beachten Sie dazu:

  • Bei Rahmenverlängerung über 350 mm ist ein zusätzlicher Querträger einzubauen.
  • Die zulässige Anhängelast (lt. Kfz-Brief) muß überprüft und gegebenenfalls reduziert werden.
  • Überhangverlängerung nach Abbildung.

Als Vorbereitung ab Werk kann die SBBR-Leitung mit 700 mm Reserve verbaut werden. Bestellmöglichkeiten können den Verkaufsunterlagen entnommen werden.

LT28 / LT35



LT46

4.3.3 Radstandsveränderung

Radstandsverlängerungen vom längsten Serienstand ausführen. Bei Radstandsveränderungen den nächst größeren Serienradstand verwenden und kürzen. Die Schnittstelle mit Blechschuhen verstärken.

Radstandsänderungen durch Versetzen der Hinterachse sind nicht zulässig.
Trennstellen sind nicht zulässig in Bereichen von:

  • Lasteinleitungspunkten
  • Achsführung und Achsfederung
  • Profiländerungen

Nach der Radstandsänderung muß das Fahrgestell mit einem durchgehenden Hilfsrahmen verstärkt werden.

Erforderliche Widerstandsmomente für den Hilfsrahmen:

  • Bis zum max. Serienradabstand 30 cm3.
  • Über dem max. Serienradstand um mind. 15% erhöhen.

Durch die Radstandsänderung ergeben sich geänderte Werte für Wendekreis und Gewichte.

Radstandsänderungen, die im Rahmen des kleinsten bzw. größten Serien-Radstands liegen, müssen nicht zur Genehmigung eingereicht werden.



Gelenkwellen

  • Bei Radstandsänderungen sind Gelenkwellenanordnung und Gelenkwellenlänge wie bei einem vergleichbaren Serienfahrzeug auszuführen.
  • Das Gelenkwellenrohr muß in Durchmesser und Wandstärke der Serie entsprechen.
  • Wenn erforderlich, mehrere Gelenkwellen mit Zwischenlagern verwenden.
  • Die Beugungswinkel (ß1 = ß2) dürfen einen Wert von 6° nicht überschreiten. Abweichungen beeinträchtigen die Lebensdauer und Geräuschwerte.
  • Gelenkwellen vor Einbau auswuchten.

Von der Volkswagen AG können keine Aussagen über Fahr-, Brems- und Lenkverhalten bei extremen Radstandsänderungen gemacht werden.


Hinweis: Irrtümer und technische Änderungen vorbehalten. Maßgeblich für die Datenaktualität der Aufbaurichtlinien ist ausschließlich die elektronische Version der Aufbaurichtlinien.August 2007

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