3.3 Hilfsrahmen

Allgemein:

  • Für eine einwandfreie Verbindung zwischen Fahrgestell und Aufbau, ist für alle Aufbauten ein Hilfsrahmen oder ein Unterbau, der die Funktion des Hilfsrahmens übernimmt, erforderlich (ausgenommen selbsttragende Aufbauten und Hilfsrahmen als Bodengruppe).

  • Die Hilfsrahmen-Längsträger sollen eben und dem Rahmenverlauf folgend auf den Obergurten des Fahrgestellrahmens aufliegen.

  • Für LT 46-Modelle gilt (Zwillingsbereifung):
    Die Fahrgestellrahmen-Längsträger sind im Bereich der Hinterachse nach innen gekröpft. Die Hilfsrahmen-Längsträger müssen dieser Kröpfung nicht folgen, sondern können geradlinig durchlaufend ausgeführt werden. Holzleisten zwischen Fahrgestellrahmen-Längsträger und Hilfsrahmen-Längsträger sind nicht zulässig. Konsolenbefestigung im Bereich der Hinterachse, über Hilfsrahmen-Querträger erforderlich

  • Hilfsrahmen-Querträger über den Fahrgestellrahmen-Querträgern anordnen.

  • Für die Längsträger abgekantete U-Profile oder für den Fahrzeugbau handelsübliche U-Profile (keine Walzprofile) verwenden. Kastenprofile sind auch zulässig.

  • Die Abmessung der Längsträger ergibt sich aus dem erforderlichen Widerstandsmoment (Wx) für Aufbau und Fahrgestell. Siehe Diagramm 3.3.2. Die angegebenen Widerstandsmomente und Profilabmessungen beziehen sich auf beidseitig gleichmäßig belastete Rahmenlängsträger.


Werden mehrere Aufbauten auf ein Fahrgestell montiert (z.B. Pritsche und Ladebordwand), muß für die Festlegung des Hilfsrahmens das größere der angegebenen Widerstandsmomente zugrunde gelegt werden.



Hilfsrahmen als Bodengruppe:

Ein Hilfsrahmen mit durchgehenden Längsträgern ist nicht erforderlich, wenn die Bodengruppe des Aufbaus die Funktion des Hilfsrahmens übernehmen kann.



Hilfsrahmen zur Längsträgerverstärkung im Vorderwagenbereich: Beispielsweise bei Hubarbeitsbühnen wird im Arbeitsbetrieb teilweise das gesamte Fahrzeug mit 4 hydraulischen Stützen angehoben, die Räder haben keinen Bodenkontakt mehr. Durch das hohe Gewicht des Vorderwagens treten unzulässig hohe Spannungen in den Rahmenlängsträgern im Bereich der vorderen Abstützung auf. Eine Verstärkung des Fahrgestellrahmens ist bei diesem Einsatz zwingend erforderlich. Dazu ist der Hilfsrahmen durch die Fahrerhausrückwand bis unter den Sitzkasten durchzuführen und mit einer zusätzlichen Konsole sowie einer Verschraubung zu befestigen. Ein Ausführungsvorschlag kann bei der Volkswagen AG, Abteilung NV-VS angefordert werden.

Eine zusätzliche Batterie (PR-Nr.8FR) ist durch diese Hilfsrahmenausführung nicht möglich.


3.3.1 Werkstoff

Werkstoffqualitäten für vorgeschriebene Hilfsrahmen aus Stahl:
Hilfsrahmen mit Konsolenbefestigung (kraftschlüssig) als

St 12.03 oder St 37-2 auszuführen.

Werkstoff

Zugfestigkeit
N/mm2

Streckgrenze
N/mm2


St 12.03

>360

210


St 37-2


>360


235



Hilfsrahmen aus hochfesten Stählen müssen mindestens der Steifigkeit von Stahlhilfsrahmen entsprechen. Die Befestigung muß kraftschlüssig erfolgen.

Pritschenaufbauten in Aluminium-Ausführung

  • Angaben der Aluminium Hersteller beachten
  • Längsträger, Plankenboden, Bodenplatten und Traversen müssen eine selbsttragende Einheit bilden.

 

 

3.3.2 Gestaltung/Profilabmessung

Der Profilübergang an den vorderen Enden der Längsträger sollte allmählich erfolgen.


I Kastenprofil
II U-Profil

1 Fahrgestellrahmen
2 Hilfsrahmen
3 Serienmäßige
   Befestigungskonsole
4 Konsole

Werden sehr hohe Längsträger erforderlich oder sollen geringe Bauhöhen des Rahmens erreicht werden, kann das U-Profil bei kraftschlüssigen Verbindungen

  • als Kasten geschlossen
  • ineinander geschachtelt oder
  • geschachtelt sein.

Dadurch erhöht sich das Widerstandsmoment, aber auch die Verdrehsteifigkeit. Auf einen guten Übergang vom geschlossenen Längsträger zum offenen U-Profil achten.



Profilabmessungen
Profilabmessungen für Hilfsrahmen-Längsträger (offenes Profil) Hilfsrahmen und Fahrgestellrahmen sollten annähernd die gleiche Materialstärke und Flanschbreite haben.

Profilhöhe in mm


3.3.3 Befestigung

Je nach Fahrgestelltyp und vorgesehenem Aufbau sowie entsprechend dem Einsatzzweck des Fahrzeugs die Befestigung bestimmen. Den Hilfsrahmen auf den serienmäßig vorhandenen Befestigungskonsolen des Fahrgestellrahmens befestigen. Werden zusätzliche Befestigungspunkte benötigt, Bridenbefestigungen verwenden. Die Anzahl der Befestigungen so festlegen, daß die Aufnahme der Brems- und Seitenkräfte gewährleistet ist.

Die richtige Befestigung ist ausschlaggebend für:

  • Das Fahrverhalten und die Betriebssicherheit des Fahrzeugs.
  • Die Haltbarkeit von Fahrgestellrahmen und Aufbau.

Bei kraftschlüssiger Verbindung müssen die Längsträger in Längs- und Querrichtung fixiert werden.

Bei vorgefertigten Hilfsrahmen Bautoleranzen der Fahrgestellrahmenbreite (max. + 6/-3 mm berücksichtigen. Fertigungsbedingte Rahmendurchbiegungen (maximal 6 mm) durch Unterlagen ausgleichen.


Konsolenbefestigung mit Längsträger


Konsolenbefestigung mit Querträger

Kraftschlüssige Verbindung, Konsolenbefestigung

  • Eine Bewegung des Hilfsrahmen-Längsträgers gegenüber dem Fahrgestell-Längsträger ist bedingt möglich.
  • Festigkeitsberechnung für jeden Längsträger getrennt durchführen.
  • Biegemoment entsprechend den Trägheitsmomenten aufteilen.

1 Serienmäßige Befestigungskonsolen (Anzahl und Maße siehe Fahrgestell-Zeichnungen)

Hinweis: Irrtümer und technische Änderungen vorbehalten. Maßgeblich für die Datenaktualität der Aufbaurichtlinien ist ausschließlich die elektronische Version der Aufbaurichtlinien.August 2007

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